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 Parameter / Chlor 

Chlor wird in Deutschland als Desinfektionsmittel z. B. im Schwimmbeckenwasser oder auch in Haushaltsreinigern eingesetzt. Ebenso ist Chlor auf Grund seiner Reaktionsfähigkeit nicht wegzudenken aus der chemischen Industrie, wo es in den Endprodukten PVC oder Bleichmittel anzutreffen ist und auch z.B. für die Herstellung von Polycarbonaten und vielen anderen Produkten benötigt wird. Chlor ist für die Desinfektion von  Trinkwasser  zugelassen. 

 

Grundlagen

Man unterscheidet in der Anwendung bei Chlor grundsätzlich zwischen Gesamtchlor, gebundenem Chlor und freiem Chlor. Gebundenes Chlor sind Verbindungen wie z.B. Chloramine, die entstehen bei der  Reaktion von Chlor mit stickstoffhaltigen Verbindungen. Der Begriff „freies Chlor“ steht für in Wasser gelöstes Chlor. Gesamtchlor ist dementsprechend die Summe aus freiem und gebundenem Chlor.

Für die Desinfektionswirkung ist lediglich der Anteil an freiem Chlor interessant. Die Desinfektionswirkung  ist stark  pH-abhängig. Mit steigenden pH-Werten nimmt die Desinfektionswirkung stetig ab. Das ist darauf zurückzuführen, dass je nach pH-Wert unterschiedliche Chlorverbindungen vorliegen. 

 

Chlor in Wasser

Bei pH 0 liegt ausschließlich Chlorgas – Cl2 - vor. Der Anteil an Chlorgas nimmt mit steigendem pH-Wert ab und geht oberhalb von pH 2 gegen Null. Gleichzeitig steigt der Anteil an hypochloriger Säure - HOCl. Im Schwachsauren liegt Chlor fast ausschließlich als hypochlorige Säure vor.  Ab pH 6 etwa beginnt die Neutralisation und die Salzbildung: Der Anteil an hypochloriger Säure nimmt ab, der Anteil an Hypochlorit – ClO- - nimmt zu. Oberhalb von pH 9 liegt fast ausschließlich Hypochlorit vor.

 

Die Desinfektionskraft des Hypochlorits beträgt nur etwa 1% von der der hypochlorigen (früher: unterchlorige) Säure. Chlor besitzt eine mittlere Depotwirkung von einigen Stunden. Die Depotwirkung ist u.a. abhängig von der Temperatur, Kontaktfläche zur Luft und der Wasserbewegung.

 

Die Chlormessung

Schema Sensor

Bei unserer Chlormessung handelt sich um eine potentiostatische Messung mit einem 3-Elektroden-Sensor. Zwischen Mess- und Bezugselektrode wird ein definiertes Potential abhängig von dem zu messenden Stoff eingestellt. Dadurch ist die Messelektrode elektrisch aufgeladen. Treffen nun die Chlormoleküle in Form der hypochlorigen Säure auf die Elektrodenoberfläche werden diese reduziert und nehmen so einen Teil der Ladung mit. Das Potential wird kontinuierlich nachgeregelt, so dass der benötigte Strom ein direktes Maß für den Gehalt an Chlor ist.

Mit unserer potentiostatischen Messung erfassen wir ausschließlich die hypochlorige Säure (HOCl) . Die Messung spricht auf Hypochlorit nicht an. Das bedeutet: In dem Bereich zwischen pH 6 und pH 8 verändern kleine pH-Änderungen bereits stark die Signalstärke, eine Änderung des pH-Werts um 1 pH verändert den Chlorwert um 38%.

Wenn Ihr pH-Wert konstant ist wird der Einfluss auf die Signalstärke bei Kalibrieren mit einer DPD-Vergleichsmessung kompensiert und hat lediglich Einfluss auf die errechnete Steilheit. Bei schwankenden pH-Werten sollte der pH-Wert simultan zu dem Chlorwert gemessen werden und der Chlorwert dann pH-kompensiert werden. Beides ist aber nur möglich solange die Signaländerung wahrgenommen werden kann.  Da ab einem pH-Wert von 8 der Anteil an Hypochlorit größer ist als die messbare hypochlorige Säure ist die Messung auf den pH-Bereich bis max. pH 8 limitiert. Vom DVGW ist die Desinfektion mit Chlor oberhalb von pH 8 nur mit gesonderter Prüfung zugelassen.

 

Sie wollen Chlor messen?

Sie können Chlor mit Handmessgeräten – meistens fotometrisch - oder kontinuierlich mit einem online Mess- und Regelgerät bestimmen.

Wir empfehlen Ihnen für die Online-Messung eines unserer Systeme! Bei konstanten pH-Werten das Krypton K und bei schwankenden pH-Werten unser Krypton K Multi mit pH-Messung und pH-Kompensation des Chlorwertes.
Unsere Systeme enthalten alle notwendigen Komponenten einer Mess-Stelle und eine ganze Reihe von Sicherheitsfunktionen. Hier (link zu Mess-Systemen Chlor) finden Sie weitere Informationen.
Falls Sie ein online-Messgerät einsetzen benötigen Sie immer eine Referenzmessung mit der Sie das System  kalibrieren können. Wir empfehlen Ihnen als diskontinuierliche Messung bzw. Referenzmessung unser Fotometer Radon FM. Hier finden Sie weitere Informationen.

Warum das notwendig ist? Alle Chlormoleküle die auf die Elektrodenoberfläche treffen werden umgesetzt und tragen zum Mess-Signal bei. Daraus resultiert zum einem, dass die Messung auf jeden Fall im Durchfluss stattfinden muss und zum anderen, dass die Messung abhängig vom Durchfluss ist. Eine Durchflussänderung von 50 l/h auf 40 l/h reduziert den Messwert z.B. von 0,30 mg/l auf 0,28 mg/l. Das bedeutet nach Installation des Mess-Systems kalibrieren Sie das Gerät auf den Durchfluss und die Temperatur die Sie in Ihrer Applikation anliegen haben.  Zudem handelt es sich bei dem Sensor wie bei einer pH-Elektrode um ein Verschleißteil, mit der Zeit nimmt die Signalstärke ab, was Sie durch die Kalibrierung ausgleichen können.

 

Krypton K
Krypton K Multi

 

Sie möchten die Chlorkonzentration in der Raumluft überwachen?

Wir empfehlen Ihnen unser K 100 (W) Gas. Sie haben die Möglichkeit, einen oder zwei Sensoren des Typs GE 710 CL2 anzuschließen. In dem Schaubild ist der mögliche Aufbau einer Messstelle für die Raumluftüberwachung in Lagerräumen dargestellt.

Gasmessstelle Chlor

Jedem Sensor sind zwei Grenzwerte zugeordnet, die separate Relais schalten. Der erste kann z.B. ein akustisches Signal auslösen: die Alarmierung erfolgt bei Überschreiten. Manuelles Quittieren schaltet das Relais aus. Der zweite Grenzwert könnte die Berieselung aktivieren – es kann eine Verzögerung eingestellt werden, so dass der Alarm erst schaltet, wenn der Grenzwert eine bestimmte Zeit überschritten wird. Dieser Alarm kann über den digitalen Eingang quittiert werden. Z.B. können Sie einen Türkontakt anschließen, sodass die Berieselung ausgeschaltet wird, sobald das Wartungspersonal den Raum betritt.

 


Plug & Play...
Unsere Mess-Systeme zur Desinfektionsmittelmessung enthalten alle notwendigen Komponeten und sind mit Sicherheitsfunktionen ausgestattet, die eine reibungslose Messung ermöglichen.

Druckfest...

Sie müssen Ihr Messwasser nicht mehr verwerfen. Dank unseres druckfesten Sensors und der druckfesten Armatur können Sie das Messwasser nach der Messung problemlos zurückführen.

Selbstreinigend...

Durch unsere patentierte automatische Sondenreinigung ASR ® ist der Wartungsbedarf drastisch reduziert. Die ASR hält die Sensorenoberfläche sauber einfach und umweltschonend durch die Elektrolyse von Wasser. Informieren Sie hier