Grundlagen

Die allgemeinen Ziele der Entsäuerung sind die Begünstigung nachgeschalteter Aufbereitungsprozesse und/oder die Verbesserung der korrosionschemischen Eigenschaften des Wassers gegenüber metallischen und zementgebundenen Werkstoffen zum Schutz des Verbrauchers. Eine technische Grenze für eine pH-Wert-Anhebung stellt der pH-Wert dar, bei dem ein Wasser in den Bereich der Calcitabscheidung gelangt.
Die Forderung der neuen Trinkwasserverordnung zur Entsäuerung ergeben sich aus Anlage 3, Nr. 18 Wasserstoffkonzentration (pH-Wert). Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken und die berechnete Calcitlösekapazität darf am Ausgang des Wasserwerks 5 g/m³ nicht überschreiten. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn der pH-Wert am Wasserwerksausgang ≥ 7,7 ist.
Die Entsäuerung kann auf physikalischem auf chemischen Weg erfolgen. Im Folgenden wird beispielhaft der physikalische Entsäuerungsprozess in einem Kontaktbelüfter dargestellt.
Kontaktbelüfter/ Verdüsung

Die physikalische Entsäuerung mit Hilfe von Kontaktkörperbelüftern erfolgt meist durch Verrieselung des Rohwassers unter gleichzeitiger Zufuhr von Luft durch ein separates Gebläse. Hierbei wird durch das Einblasen der Luft die Kohlensäure aus dem Wasser entfernt. Über die Luftzufuhr wird der Grad der Entsäuerung – das Austreiben der Kohlensäure – geregelt. Bei wechselnder Rohwasserzusammensetzung und Rohwassermenge muss die Entsäuerungsleistung des Kontaktkörperbelüfters den wechselnden Bedingungen ständig angepasst werden.
Als Führungsgröße für die Anpassung der Luftfördermenge bietet sich neben pH-Wert oder Wasserdurchfluss die Messung des Delta-pH-Werts an. Der Delta pH-Wert beschreibt die Abweichung des aktuellen pH-Wertes vom pH-Wert der Calcitsättigung. Diese Methode bietet die Möglichkeit, unabhängig von der schwankenden Mischwasserzusammensetzung und den Wassermengen das Lüftungsgebläse so zu regeln, dass jederzeit ein ökonomisches Betreiben der Anlage gewährleistet ist.
Kuntze Messung bei der Entsäuerung

Unser Mess-System BalanceCon arbeitet nach der pH-Differenzmethode Calcitsättigung eines Wassers (C10), DIN 38404-10: 1995-04. Das BalanceCon ist eine anschlussfertige Messtafel, die geprüft unser Haus verlässt und betriebsbereit bei unserem Kunden eintrifft. In der Aufbereitungspraxis von Trinkwasser wird das BalanceCon zur Kontrolle und kontinuierlichen Regelung der Entsäuerung eingesetzt.
Durch die Genauigkeit des Analysesystems ist es möglich, die Entsäuerungsanlage auch bei sich ändernden Rohwässern optimal zu fahren und durch die Drehzahlregelung des Lüftermotors eine Energieeinsparung von bis zu 75% zu erzielen.